Juristisches Fachvokabular vs. Siri, Datenschutz & Profis

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Der Fall ist doch ziemlich klar: Digitale Spracherkennung ist überall: Siri, Google, Alexa. Wozu soll ich denn bitte eine speziell juristische Spracherkennungssoftware benötigen, wenn Spracherkennung doch – im wahrsten Sinne des Wortes – gerade in aller Munde ist. Und zudem noch frei verfügbar zu sein scheint.  Alexa hört mir im Wohnzimmer zu, Siri ist unterwegs ständig dabei – und Google weiß sowieso mehr über mich, als ich selbst und ist zudem mit Abstand weniger vergesslich. Ein paar juristische Fachausdrücke wie „Drittschadensliquidation“ oder „Leistungskondiktion“ dürften für diese Tech-Schwergewichte doch kein wirkliches Problem darstellen. Oder?

 

 

EU-DSGVO, FamFG & UrhG

 

Na gut, sagen wir mal so: natürlich ist das Zuhören kein Problem. Weder für Alexa, noch Google oder Siri. Allerdings bringen diese Helferchen einen auch nur halb ans Ziel. Wenn man wirklich schnell und effizient arbeiten möchte, dann kommt es – Überraschung! – maßgeblich darauf an, wie gut das Gehörte tatsächlich auch in ein geschriebenes Wort umgesetzt wird. Sonst kann man sich das Ganze tatsächlich auch sparen.

 

Und da merkt man bei Google und Siri schnell, wie juristische Fachausdrücke offensichtlich nur von einer kleinen, aber feinen Minderheit der bundesdeutschen Bevölkerung regelmäßig verwendet werden. Und sind wir mal ehrlich: Spracherkennungssoftware macht nur dann wirklich Spaß, wenn man tatsächlich auch verstanden wird. Schnell und unkompliziert. Wenn hingegen jedes oder ja vielleicht auch nur jedes zweite Wort korrigiert werden muss, ist man (ich zumindestens) schnell genervt. Da fährt man definitiv besser, wenn man den ganzen Text gleich selbst eintippt. Oder wieder auf das gute, alte, analoge Sekretariat zurückgreift.

 

Beherrschen die einschlägigen Sprachassistenten juristisches Fachvokabular, das ist hier die Frage: Nach meiner Erfahrung definitiv nicht in dem Umfang, dass Diktiertes ohne großflächige Korrekturen unmittelbar Spaß macht. Probieren Sie es mal und flüstern Siri „EU-DSGVO, FamFG und Urhebergesetz” ins Ohr.

 

1:0 für juristische Spezialsoftware.

 

 

Datenschutz…da war doch was?!

 

Für den Hausgebrauch mag es egal sein, mit welchen Lauschern die Techgiganten zuhören. Für einen Rechtsanwalt darf es das nicht. Anwaltliche Verschwiegenheit und das Mandatsgeheimnis sind hohe Güter, die es um jeden Preis zu wahren gilt. Das mag theoretisch sicherlich (auch) mit den digitalen Helferlein aus Silicon Valley möglich sein. Ich persönlich fühle mich bei einer in Deutschland ansässigen Cloud deutlich sicherer. Ich habe daher schon früh beschlossen, streng vertrauliche Mandatskorrespondenz nicht mit Siri zu teilen.

 

 

Der internationale deutsche Rechtsanwalt

 

Von Studenten werde ich häufig gefragt, welche Möglichkeiten man denn mit einem deutschen Jurastudium hat, um international durchstarten zu können. „Kann ich dann in New York arbeiten? Oder in Rio? Oder doch nur in Rosenheim?“.

 

So international die Arbeit als Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt bisweilen sein mag, wenn man mit fremdsprachigen Mandaten zu tun hat, so wenig ist das deutsche Studium auf eine internationale Karriere ausgelegt. Klar – „Life is what you make it#“ – aber der deutsche Paragrafenreiter bleibt nun mal ein Experte für deutsche Paragrafen. Schon ein Wochenendbesuch in Paris oder Salzburg macht – in juristischer Hinsicht – mehr Probleme, als einem lieb ist.

 

Und genau deshalb, macht juristische Spracherkennung aus Deutschland für deutsche Juristen total Sinn. Hoch lebe die Drittschadensliquidation!

 

 

 

Unser Autor, Dr. Dominik Herzog, SYLVENSTEIN Rechtsanwälte

Unser Autor, Dr. Dominik Herzog,
SYLVENSTEIN Rechtsanwälte

 

 

Bei Risiken und Überlastungserscheinungen sprechen Sie mit DictaPlus.

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Schauen wir zunächst hinter die Kulissen.
Wie steht es eigentlich wirklich mit der Aufgabenverteilung der Ärzte?

 

Es wird erwartet, dass Untersuchungen und persönliche Visiten den Hauptanteil der alltäglichen Aufgaben eines Arztes bestimmen. Soviel zur Theorie. In der Praxis sieht dies wie immer ganz anders aus. Anstelle des Direktkontaktes mit den Patienten zeigen Studien ganz andere Tätigkeitsschwerpunkte auf. Dabei spielen klinische Dokumentationen eine zunehmend immer größere Rolle. Mit 44% der Arbeitszeit umfassen diese das Aufgabenpensum eines Mediziners tagtäglich. Vor allem die Aufnahme- und Entlassungsberichte führen die aufwendigsten Dokumentationsprozesse mit sich (vgl. HIMSS Analytics Europe March (2015): Auf den Spuren der Zeitdiebe im Krankenhaus: Die wahre Belastung durch Dokumentation an deutschen Akutkrankenhäusern wird unterschätzt).

 

 

Die Digitalisierung schafft Abhilfe

 

Gewiss, das arbeitsaufwändige und langwierige handschriftliche Begleiten der Patientenakten gilt als veraltet. Mittlerweile werden diese auch schon manuell in den Computer getippt. Doch auch diese Revolution ist bereits überholt. Denn es gibt heute schon Lösungen, die genau hier ansetzen und damit neue Kapazitäten schaffen. In medizinischen Einrichtungen wird gerade deshalb der Einsatz von mobilen Diktiergeräten mit Echtzeit-Spracherkennung zu Recht thematisiert.

 

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) Baden-Württemberg hat genau diesen Bedarf erkannt. Seit über 6 Jahren werden hier direkt vor Ort medizinische Gutachten und Pflegegutachten mithilfe der Spracherkennungssoftware DictaPlus erstellt. Jährlich über 900 Pflegegutachten pro Person beanspruchen viel Zeit und begründen den Wunsch einer digitalen Unterstützung zur Aufwandsreduzierung. Eine innovative Technologie, die Entlastung für alle Beteiligten – Gutachtern, Krankenkassen und Versicherten – verspricht und auf Grund der Digitalisierung überhaupt erst möglich geworden ist. Das Resultat spricht für sich.

 

 

Der Vergleich deckt es auf: Dokumentationen sollten (ein)gesprochen werden!

 

Am Universitätsklinikum Düsseldorf wurde für eine Studie der Arbeitsaufwand manuell getippter mit den durch Spracherkennung diktierter Dokumentationen verglichen (vgl. Vogel M, Kaisers W, Wassmuth R, Mayatepek E (2017): Analysis of Documentation Speed Using Web-Based Medical Speech Recognition Technology: Randomized Controlled Trial J Med Internet Res 2015; 17(11)­). Über 1455 klinische Befunde wurden dabei nach Erstellungsart separiert und analysiert. Die Resultate sind eindeutig: Über 26% Zeitersparnis verzeichneten die Befunde, welche mit einer Diktiersoftware eingesprochen worden sind. Im Vergleich zur manuellen Dokumentation konnte die Geschwindigkeit der Berichtsverfassung somit um ein Viertel gesteigert werden. Signifikant ist darüber hinaus, dass über 82% mehr Worte durch die diktierte Datenaufnahme erfasst werden konnten im Vergleich zur manuellen Variante. Dokumentationen sind so viel früher vollständiger im System und damit als entscheidende Informationsgrundlage gerade im Kontext von Behandlungsempfehlungen viel schneller lieferfähig. Das verdeutlicht wiederum, dass der Einsatz der medizinischen Spracherkennungssoftware nicht nur die Dokumentationszeiten auf Seiten der Ärzte verkürzt, sondern auch maßgeblich zur Beschleunigung der Patientenbehandlung beiträgt.

 

Darüber hinaus stellen neben der Gewinnung des wertschöpfenden Faktors Zeit zugleich die Verfügbarkeit, die Übersichtlichkeit und die Vollständigkeit der Patientendaten ein weiteres Studienergebnis dar. In Zeiten der Digitalisierung kann mit einer Spracherkennungssoftware also viel schneller eine vollständige Informationsgrundlage geschaffen werden, welche für die Prozesse der Ärzteschaft sowie der Krankenkassen als Fundament dient. Davon profitiert letztlich die gesamte medizinische Einrichtung als auch der Patient selbst, der nun wieder mit Wohlbehagen unterwegs ist.

 

Diesen Ergebnissen kann auch der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) Baden-Württemberg zustimmen. Das direkte Einsprechen, mobil während eines Hausbesuches oder auch direkt vor Ort, hilft den Pflegegutachtern immens und verkürzt den gesamten Prozess der Gutachtenerstellung signifikant. Die Spracherkennungssoftware ist lernfähig und setzt ihren Lernprozess kontinuierlich fort, sodass Wortkombinationen aus dem Fachgebiet sowie auch individuelle Spracheigenschaften erlernt werden. Die Mitarbeiter des MDKs sind begeistert: „Die größte Arbeitserleichterung ergibt sich dadurch, dass ich die meisten Gutachten noch am gleichen Tag fertigstellen kann“ betont die Pflegegutachterin Dorothee Wehrle (zum Anwenderbericht)

 

 

Und sind wir einmal ehrlich…

 

Da man die Handschriften der Mediziner und Gutachter häufig kaum entziffern kann, wäre allein dies schon ein überzeugendes Argument für die spracherkannte Dokumentation, oder? Und genau dafür ist DictaPlus da: Bei Risiken und Überlastungserscheinungen sprechen Sie einfach mit uns!

Mein erstes Mal mit DictaPlus (Teil 2)

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Wie in Teil 1 meines Beitrags bereits mit Nachdruck dargestellt, machte für mich eine juristische Diktiersoftware lange Zeit keinen Sinn. Sie war nicht nötig, ich war nicht auf sie angewiesen und ich wollte sie auch nicht. Wofür auch?

 

 

Dennoch: Ich will es wissen!

 

Schon vor einiger Zeit habe ich mich dem Grundsatz verschrieben, dass ich grundsätzlich keineswegs und nirgendwo auf der Stelle treten möchte. Ich möchte vielmehr Veränderungen und Verbesserungen – welchen Bereich auch immer sie betreffen mögen –  stets offen gegenüber sein. Gut, vielleicht erkannte ich auch tief in meinem Inneren einfach nur, dass ich mich längst vom juvenilen Berufsanfänger zum anwaltlichen Überzeugungstäter gemausert hatte, zu dessen Berufsalltag eben auch das regelmäßige Diktat gehört. WENN schon, dann sollte es doch zumindest so richtig digital gehen. Ich beschloss also, dem Ganzen eine Chance zu geben. Mehr noch: ich wollte am eigenen Leib erfahren, was das mit dem Diktieren denn wirklich auf sich hat und vielleicht, aber nur vielleicht würde ich doch noch eines Besseren belehrt. Ich wollte also DictaPlus auf Herz und Nieren prüfen. Kaum war der Entschluss gefasst, war die Neugierde kaum noch zurückzuhalten und die DictaPlus App bereits auf meinem Handy.

 

 

DictaPlus ist Volljuristin!

 

Die erste freudige Erkenntnis: Komplizierte juristische Begriffe fanden sich plötzlich und unerwartet völlig fehlerfrei im Text wieder. Das gelang mir größtenteils noch nicht einmal, wenn ich den Text selbst tippte. Und nun durch mein gesprochenes Wort? Ich war begeistert. Eine funktionierende Sprachtechnologie ersparte mir auf diesem Wege tatsächlich eine ganze Menge Zeit. Leider nahm ich mir zwar nie die Zeit, die tatsächliche Effizienzsteigerung auch zu messen, gefühlt aber verdoppelte ich meine Arbeitsgeschwindigkeit mitunter dank meines neuen digitalen Helferleins. Ich war – im wahrsten Sinne des Wortes – angefixt.

 

 

Liebe auf den zweiten Blick

 

Fortan intensivierten wir beide, DictaPlus und ich, unsere noch junge Zusammenarbeit. Zwar war mir meine Unabhängigkeit auch weiterhin wichtig, weswegen ich kurze Texte wie Emails weiterhin selbst und per Hand tippte. Sobald jedoch Schreiben mit mehreren Seiten oder umfangreiche Schriftsätze auf dem Programm standen, kam ich schon bald ohne DictaPlus nicht mehr aus. Es gab keinerlei Grund mehr, anstehende Fristen bis zum letzten Tag auszukosten, da einem die neue digitale Unterstützung die Arbeit wirklich schmackhaft machte. So effizient und schnell konnte man förmlich Aktenberge bewegen.

 

 

Steter Tropfen höhlt den Stein

 

Dabei beobachtete ich, wie die Fehlerquote immer geringer wurde. Durch die beständige händische Korrektur und die Ergänzung des Wörterbuchs kann ich mittlerweile Texte mit einem Richtigkeitsgrad von 95 bis 98 % auf meinen Bildschirm zaubern. Sogar 100% kommen regelmäßig vor.

 

Lange Zeit habe ich insgeheim Kollegen belächelt, die E-Mails ausgedruckt von der Sekretärin vorgelegt bekommen, eine Antwort diktierten, und diese Antwort von der Sekretärin erneut abtippen und versenden ließen. E-Mails ausdrucken? Dies allein war schon so entgegen jeglichen digitalen Gedankens und dann noch die Antwort diktieren. What? So was von gestern!

 

Doch ich gestehe: auch ich diktiere mittlerweile lange E-Mails mit DictaPlus. Aber immerhin: Ich drucke sie nicht aus. Und tatsächlich: Eine Antwort diktieren geht um ein Vielfaches schneller, als sie selbst zu tippen, wenn man sich einfach nur traut, seine Gedanken laut auszusprechen. Fühlt sich zwar an wie ein Selbstgespräch ist aber nur viel besser, da man sich einen kompletten Arbeitsschritt spart.

 

 

Das Beste kommt zum Schluss

 

Das Beste ist: ich muss für die Korrektur meines Diktates keine Stunden oder gar Tage warten. Es ist schlichtweg irrelevant, ob das Sekretariat abends nicht mehr oder frühmorgens noch nicht besetzt ist, die Assistenz erkrankt oder auf Fortbildung ist. Ich kann unmittelbar nach Fertigstellung des Diktats in die Korrekturphase eintreten. Dazu höre ich mir das Diktat noch einmal an und korrigiere parallel, was DictaPlus noch nicht ganz verstanden hat und bringe dabei den Schriftsatz in die beste Form, die er haben kann. Und weil DictaPlus auch ein guter Zuhörer ist, lernt es kontinuierlich dazu. Ein verlässlicher neuer Mitarbeiter, diese Diktiersoftware, das muss man schon sagen.

 

 

Was soll das Sekretariat dann noch tun?

 

Ohne Sekretariat könnten viele Kolleginnen und Kollegen nicht überleben. Es hält Fristen im Auge, koordiniert Termine, und hat den Überblick über die aktuelle Aktenlage. Dank digitaler Diktiersoftware könnte die doch eher eintönige Schreibarbeit im Sekretariat, in der die Damen und Herren fast wie in Akkord Tonbänder abhören und abtippen mussten, Vergangenheit angehören. Und das ist gut so! Denn: Ich weiß nun aus erster Hand, dass DictaPlus all dies einwandfrei übernehmen kann.

 

Müssen Sekretariate in Deutschland also Angst vor juristischer Spracherkennungssoftware haben? Oh nein! Sie können sich auf die Zukunft freuen. Denn endlich haben Sie mehr Zeit, Tätigkeiten zu übernehmen, bei denen sie auch wirklich unersetzbar sind und die den Kanzleialltag und die Mandantenbetreuung weit nach vorne bringen können.

 

Mein Fazit nach mittlerweile über einem Jahr DictaPlus: Ich kann nicht mehr ohne. Und ich will es auch gar nicht mehr. Nicht gesucht und doch gefunden – eine Liebe, die hoffentlich bleibt!

 

 

 

Unser Autor, Dr. Dominik Herzog, SYLVENSTEIN Rechtsanwälte

Unser Autor, Dr. Dominik Herzog,
SYLVENSTEIN Rechtsanwälte

 

 

Mein erstes Mal mit DictaPlus (Teil 1)

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Wozu soll ich bitte eine professionelle juristische Diktier- oder Spracherkennungssoftware benötigen? Seit der 7. Klasse kann ich – nahezu fehlerfrei – mit dem Zehn-Finger-System auf jeder Tastatur, die sich mir entgegenstellt, tippen. Die Geschwindigkeit dabei ist deutlich höher als das bei Anwälten weit verbreitete Drei-Finger-Blindflug-Modell, bestehend aus zwei Zeigefingern und einem Daumen. Ich habe im Studium meine Hausarbeiten nicht diktiert, sondern getippt. Und auch in meinem ersten „richtigen“ Job als Volljurist war an Diktieren nicht zu denken. Diesen hatte ich in der Rechtsabteilung eines großen Konzerns. Da könnte man schon auf die Idee kommen, dass etwa in der Rechtsabteilung, einer der definitiv eher konservativeren Abteilungen im Hause, diktiert wird. Aber: Fehlanzeige. Von den etwa 60 Mitarbeitern der Rechtsabteilung tat dies keiner, stattdessen tippte jeder seine Texte, Emails, Verträge und sonstige Schreiben selbst. So also auch ich.

 

 

Diktieren ist „old school“?!

 

Diktieren betrachtete ich, als Mitglied der Generation Y, auch eher als ein verstaubtes Relikt der Generation meiner Eltern. Ja, Diktieren ist „old school“. Mein Vater diktierte, er ist mittlerweile über 65 und damit definitiv und nachweislich kein Millenial. Sonntagnachmittags säuselte er in Formel-1-Tempo – ohne Rücksicht auf Vokale und Konsonanten – seine Arztbriefe im häuslichen Arbeitszimmer in sein analoges Diktiergerät. Die Sekretärin tippte diese dann zu Beginn der nächsten Woche in den Computer und druckte sie aus, bevor sie zum Briefkasten gebracht und verschickt wurden.

 

 

Für Notfälle gibt es ja Siri!

 

Seit jedermann den Laptop in Form eines Smartphones in der Hosentasche hat, macht eine professionelle Diktiersoftware noch viel weniger Sinn. Denn das kann ja nun jeder mit seinem Handy! Siri und all die anderen eingebauten Spracherkennungsmodule ermöglichen uns das, was früher nur dem Diktiergerät vorbehalten war. Das Handy – das längst allgegenwärtige, universal einsetzbare Diktiergerät in der Hosentasche. Und schaut man sich um, wird es bestätigt: Man sieht immer mehr Mensch, diversen Alters und Couleur, die durch die Gegend laufen und ihr Smartphone wie eine Scheibe Brot vor Ihrem Mund halten. Unglaublich aber wahr: Sie erstellen Sprachnachrichten. Egal, wie es als Außenstehender auch aussehen mag, das Bewusstsein, dass Sprechen schneller als selber Tippen ist, ist tatsächlich wieder da – und nicht nur bei denen, die damit Geld verdienen.

 

Auch ich nutze Siri, teilweise sogar täglich. Wenn ich gerade keinen Computer und keine Tastatur zur Stelle habe (selbstverständlich kommt so etwas niemals beim Autofahren vor), wurde eifrig ins iPhone diktiert. Siri versteht mich, zumindest weitestgehend (fehlerhafte Groß- und Kleinschreibung sind bei schnellen informellen Emails auch nicht das Problem). Gut, dass im privaten Kreis – auch unter Juristen – Tippfehler durchaus gebilligt werden. Denn fehlerfrei arbeitet Siri selten. Soll die E-Mail ohne Tippfehler und Fantasieworten ins Orbit gehen, muss (zeit)aufwändig nachgebessert werden. Meist dauert die Korrektur der Fehler einmal länger, als wenn man gleich den ganzen Text abgetippt hätte. Und vom Diktieren in einer Fremdsprache will ich gar nicht sprechen – hier kommen (jedenfalls bei mir) regelmäßig Texte heraus, die so dadaistisch klingen, dass sie irreparabel sind.

 

 

Warum nicht mal probieren?

 

Auch wenn ich dafür sicherlich keine Verwendung haben würde, sah ich keinen Grund, mich dem Angebot einer Testnutzung für DictaPlus zu versperren. Eine gute Bekannte, die bei dem Hersteller in der Softwareabteilung arbeitet, fragte mich, ob ich mich bereit erklären würde, die Spracherkennungssoftware DictaPlus über ein paar Wochen zu testen. (Warum sie mir das anbot, ist mir bis heute schleierhaft – aber insgeheim glaube ich, sie konnte es kaum fassen, dass der moderne Anwalt tatsächlich ohne juristische Spracherkennung auskommt…) Für den Test durfte ich das System kostenfrei nutzen. Manchmal muss man einfach über seinen Schatten springen und ein derart verlockendes Angebot annehmen, um etwas Neues kennenzulernen. Natürlich habe ich behauptet, dass mich sowas kein bisschen mehr nach vorne bringt, aber insgeheim war ich dann doch neugierig. So oder so ähnlich war mein Beginn mit DictaPlus.

 

Warum also nicht?

 

 

Ergonomie: top!

 

Mein erster Eindruck: Das Diktiergerät liegt deutlich besser in der Hand als mein Smartphone, mit dem ich bisher, wie ausgeführt, mehr schlecht als recht diktiert habe. Bei diesem weiß ich nämlich nie so genau, ob ich in die Scheibe sprechen soll, oder doch lieber erst Kopfhörer einstecken soll. (…Adapter zur Hand?)

 

Ich diktierte also fröhlich und das erste Mal in ein (digitales!) Diktiergerät vor mich hin, die ersten (sinnfreien) Testsätze gingen leicht von den Lippen. Der erste Eindruck: Auch eine professionelle Diktiersoftware für Juristen wie DictaPlus kann nicht zaubern. Leider. Der (zugegeben sinnfreie) Satz hatte mit „fehlerfrei“ so ziemlich gar nichts zu tun. Ich beschwerte mich bei meiner Bekannten und bereute es fast, dass ich mich für den Test breitschlagen ließ. Meine Freundin beruhigte mich; ich müsse dem System Zeit geben, da es mit der Zeit lernt und immer besser wird. Leider bin ich sehr ungeduldig. Ich hoffe also, dass sich das System für mich beeilt.

 

 

Wie teurer Wein: Mit der Zeit immer besser

 

Ich machte einen Tag Pause – und diktierte weiter. Aus Fantasiesätzen wurden die ersten Test-Sätze aus meiner täglichen anwaltlichen Arbeit. Siehe da: Plötzlich wurde ich doch hellhörig!

 

Warum sind auf einmal Paragrafenangaben, Absätze, Gesetzesnamen und Zwangsvollstreckungsmaßnahmen fehlerfrei im Text? So etwas hatte ich mit Siri und meinem Smartphone nie erlebt, sondern mich schon daran gewöhnt, diese Probleme schlicht zu akzeptieren.

 

Moment – macht juristische Spracherkennungssoftware etwa doch Sinn? Gibt es etwa doch einen kleinen, feinen Unterschied zur herkömmlichen Smartphone-Sprachtechnologie?

 

 

Im Nächsten Teil: DictaPlus und ich auf Tuchfühlung – oder: Der Appetit kommt beim Essen.

 

 

 

Unser Autor, Dr. Dominik Herzog, SYLVENSTEIN Rechtsanwälte

Unser Autor, Dr. Dominik Herzog,
SYLVENSTEIN Rechtsanwälte

 

 

Anwaltszukunftskongress 2017 – Legal Tech hat seinen Exotenstatus verloren.

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AZK 2017 | Foto von Tobias Vollmer, fotojetzt.de

René Dreske (Geschäftsführer Hans Soldan GmbH) und Ralph Vonderstein (Geschäftsführer Wolters Kluwer Deutschland GmbH) | Foto von Tobias Vollmer, fotojetzt.de

 

 

2. Anwaltszukunftskongress beschäftigt sich mit Anwendungen im Kanzleialltag.
Legal Tech sorgt dafür, dass Rechtsdienstleistungen besser, effizienter und kostengünstiger angeboten werden. Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sehen in den neuen technologischen Entwicklungen zunehmend eine Chance und weniger eine Bedrohung. Das gilt auf jeden Fall für die rund 350 Teilnehmer des 2. Anwaltszukunftskongresses, der am 8. und 9. September in Düsseldorf stattfand.

 
Deutlich mehr als die Hälfte der Befragten gaben an, bereits konkrete Projekte zur Digitalisierung in ihrer Kanzlei oder Rechtsabteilung ihres Unternehmens umgesetzt zu haben. Weitere 22 Prozent beschäftigen sich gerade damit, ergab eine Umfrage auf dem Kongress. Die beiden Veranstalter, der Kanzleispezialist Soldan und der Wissens- und Informationsdienstleister Wolters Kluwer Deutschland, bestätigen diesen Trend.
„Legal Tech hat inzwischen den Exoten-Status verloren. Immer schneller kommen neue Anwendungen auf den Markt“, sagten Soldan-Geschäftsführer René Dreske und Ralph Vonderstein, Geschäftsführer bei Wolters Kluwer Deutschland. Deshalb stellten sie auf dem diesjährigen Kongress vor allem die praktische Anwendung neuer Technologien in den Vordergrund, nachdem der erste Kongress 2016 in Köln sich eher mit den allgemeinen Digitalisierungstrends auf dem Rechtsberatungsmarkt beschäftigt hatte.

 
Mehrere Referenten schilderten, wie sie in ihrem Kanzleialltag bereits Legal Tech-Lösungen einsetzen, etwa Chatbots oder lernende, intelligente Softwareprogramme. Dabei geht es vor allem darum, immer wiederkehrende Standardfälle mit hoher Effizienz abzuarbeiten und zugleich den veränderten Erwartungen der Mandanten zu entsprechen: In Zeiten von Amazon und Co wollen sie auf den Rechtsrat nicht lange warten. „Wenn sie als Kunde gewohnt sind, dass alles schnell geht, erwarten sie das auch von ihrem Anwalt“, sagte Prof. Dr. Björn Bloching von der Strategieberatung Roland Berger und Buchautor („Data Unser“). Preiswert soll der Rechtsrat nach den Vorstellungen der Verbraucher ebenfalls sein. Die Digitale Revolution verändert die Geschäftsmodelle waren sich die Referenten einig. Das betrifft auch die Anwaltshonorare. „Fixhonorare werden künftig die Regel sein“, prophezeite Prof. Dr. Leo Staub von der Hochschule St. Gallen in der Schweiz.

 
Aber nicht nur in den Vorträgen, sondern auch in der Ausstellung konnten sich die Teilnehmer informieren, wie die Zukunft in der Kanzlei aussieht. Verschiedene Legal Tech Start-ups präsentierten Lösungen, beispielsweise zur automatisierten Vertragsanalyse oder zur Vermittlung von Anwälten und Rechtsrat. Besonders interessant sind für die Anwaltschaft derzeit innovative Cloudlösungen für Kanzleimanagement. „Wir stehen erst am Anfang einer rasanten Entwicklung“, sind die beiden Veranstalter Dreske und Vonderstein überzeugt.

 

 

Pressekontakte
Annika Wolf, Hans Soldan GmbH, Tel. +49 (0)201 8612-104, E-Mail: presse@soldan.de
Frederick Assmuth, Wolters Kluwer Deutschland GmbH, Tel. +49 (0)221 94373-7634, E-Mail: presseinfo@wolterskluwer.com